Auf den Seychellen schonen Sie die Natur und nehmen Rücksicht auf die Menschen vor Ort, wenn Sie länger an einem Ort bleiben, Ausflüge und Unterkünfte bewusst wählen und die Regeln in Schutzgebieten einhalten. Das ist besonders wichtig auf Inseln, auf denen Platz, Wasser und Möglichkeiten zur Abfallentsorgung knapp sind.
Der Langstreckenflug belastet die Umwelt stark; für Ihre konkrete Route gibt es keine belastbare Klimabilanz. Vermeiden Sie deshalb vor Ort unnötige Wege und Abfälle und unterstützen Sie lokale Anbieter.
Weniger Inselwechsel planen
Jeder Wechsel zwischen den Inseln braucht eine zusätzliche Verbindung und oft auch Fahrten zur Unterkunft. Planen Sie lieber längere Aufenthalte auf weniger Inseln, statt in kurzer Zeit möglichst viele Ziele zu besuchen. So brauchen Sie weniger Verbindungen zwischen den Inseln und haben mehr Zeit, die jeweilige Insel kennenzulernen.
Auf Mahé und Praslin fahren öffentliche Busse. Auf La Digue gibt es keinen Busverkehr. Prüfen Sie vor der Reise aktuelle Fahrpläne und planen Sie den Weg zwischen Haltestelle und Unterkunft mit ein. Für Strecken, die sich mit dem Bus nicht gut erreichen lassen, können Sie mehrere Wege zu einer Fahrt zusammenlegen oder lokale Anbieter nutzen.
Zwischen den Inseln verkehren Fähren; zwischen Mahé und Praslin gibt es außerdem Inlandsflüge. Eine aktuelle, belastbare Klimabilanz, die beide Möglichkeiten pro Person und Strecke vergleicht, liegt nicht vor. Wählen Sie daher nach Route, Anschlüssen und tatsächlichem Bedarf, statt eine Verbindung pauschal als klimafreundlicher einzustufen.
Unterkünfte und Ausflüge prüfen
Das staatliche Programm „Sustainable Seychelles“ zeichnet freiwillig Unterkünfte, Restaurants und Touranbieter aus. Dort können Sie nach passenden Anbietern suchen. Fragen Sie bei der Buchung trotzdem konkret nach, wie der Betrieb Wasser und Energie spart, Einwegverpackungen vermeidet und lokale Beschäftigte oder Anbieter einbindet. Eine Auszeichnung allein belegt nicht die gesamte Umweltwirkung eines Betriebs.
Vergleichen Sie bei Ausflügen lokale Anbieter und klären Sie vor der Buchung, ob etwa Parkeintritt, Transfer und Ausrüstung im Preis enthalten sind. Fragen Sie bei Bootsausflügen, wie der Anbieter mit Ankerplätzen und geschützten Riffen umgeht. So wissen Sie vorab, welche Regeln gelten und welche Kosten hinzukommen.
Riffe und Tiere schützen
In den von der Seychelles Parks and Gardens Authority verwalteten Marineparks ist Fischen verboten. Das Sammeln von Muscheln, Korallen, Pflanzen und anderen Meerestieren ist dort verboten. Müll dürfen Sie ebenfalls nicht zurücklassen. Boote dürfen nur in ausgewiesenen Bereichen ankern oder festmachen. Bestimmte Arten von motorisiertem Wassersport sind ebenfalls untersagt.
Halten Sie beim Schnorcheln Abstand zu Tieren, berühren Sie sie nicht und verfolgen Sie sie nicht. Nehmen Sie nichts aus dem Wasser mit. Die Regeln schützen empfindliche Lebensräume: Im März 2026 meldete die Parkbehörde Schäden an Korallenrestaurierungsflächen im Curieuse Marine Park, nachdem Boote direkt auf dem Riff geankert hatten.
Für ausländische Besucher über zwölf Jahre nennt die Parkbehörde beispielsweise Eintrittsgebühren von SCR 300 für Curieuse und SCR 200 für Ste. Anne, Baie Ternay/Port Launay und Île Cocos. Prüfen Sie die aktuellen Eintritts- und Ticketregeln vor dem Besuch.
Wasser und Einwegplastik
Nehmen Sie eine wiederbefüllbare Flasche und eine Stofftasche mit. Für Essen zum Mitnehmen können Sie eigenes Besteck dabeihaben. Fragen Sie in Ihrer Unterkunft oder im Restaurant nach gefiltertem Wasser, statt automatisch abgefülltes Wasser zu kaufen.
Die Wasserqualität ist je nach Insel und Ort verschieden. Deshalb lässt sich nicht für jede Unterkunft sagen, ob das Leitungswasser trinkbar ist. Fragen Sie vor Ort nach und nutzen Sie bei Unsicherheit eine geeignete Wasseraufbereitung.
Für den Sonnenschutz empfiehlt Tourism Seychelles UV-Schutzkleidung, damit weniger Sonnencreme ins Meer gelangt. Die Umweltwirkung einzelner Sonnencremes lässt sich anhand der verfügbaren Angaben nicht zuverlässig vergleichen. Halten Sie Verpackungen und Abfälle vom Strand fern und bringen Sie Ihren Müll zurück an Land.
Lokal einkaufen und essen
Geben Sie einen Teil Ihres Reisebudgets bei lokalen Restaurants, Geschäften, Guides und kleineren Unterkünften aus. So unterstützen Sie Anbieter auf den Inseln direkt. Fragen Sie bei Meeresfrüchten nach Herkunft und Art und wählen Sie keine Souvenirs aus Korallen, Muscheln oder anderen geschützten Naturprodukten.
Auch wenn Sie lokal einkaufen, ist ein Angebot nicht automatisch nachhaltig. Prüfen Sie weiterhin, wie ein Anbieter mit Abfall, Wasser und den Regeln für Naturgebiete umgeht.
Umweltabgabe richtig einplanen
Seit dem 1. Januar 2026 gelten geänderte Regeln für die Tourismus-Umweltabgabe. Kleine Unterkünfte mit 1 bis 24 Zimmern sind davon ausgenommen. Bei Unterkünften mit 25 bis 50 Zimmern beträgt die Abgabe SCR 75 pro Person und Nacht. Betriebe mit mehr als 50 Zimmern, Yachten und Inselresorts erheben SCR 100 pro Person und Nacht. Kinder bis einschließlich zwölf Jahre sind ausgenommen. Die Unterkunft zieht die Abgabe ein.
Prüfen Sie die Abgabe auf Ihrer Rechnung und fragen Sie bei Unklarheiten nach der Zimmerkategorie. Ältere Übersichten nennen für kleine Unterkünfte noch eine Abgabe, doch die seit 2026 geltende Änderungsverordnung nimmt diese Betriebe aus. Die Regierung beschreibt die Einnahmen als Beitrag zu Umweltschutz, Wiederherstellung und erneuerbaren Energien; wie stark einzelne Projekte davon profitieren, lässt sich daraus allein nicht ablesen.



